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Das Spinnrad, die Uckermark und das Internet
Ein Märchen aus dem 21. Jahrhundert
Opublikowa³: Fam. Henkys Es waren einst eine Frau und ihr Mann, beide Drechsler, die zogen vom Berliner Umland in die schönen Hügel der Uckermark.
In Wallmow, nordöstlich von Prenzlau, fanden sie ein ruhiges Domizil.
Dort ließen sie sich also nieder, um ihrem Handwerk, der Herstellung von Spinnrädern nachzugehen.
Es trug sich in reglementierter DDR-Zeit wieder einmal zu, dass das Holz zum Spinnradbau ausging.
Einzig Robinie, als sonstiges Mischlaubholz kategorisiert, war noch zu haben, von Tischlern und Schreinern wegen seiner Härte geschmäht.
Opublikowa³: Fam .Henkys So machten Herr und Frau Henkys aus der Not eine Tugend und verwendeten diese Holzart zum Bau ihrer Spinnräder.
Es stellte sich heraus, dass Robinie gerade wegen seiner Härte gut für Spinnräder geeignet ist.
Durch die Verwendung von Robinie und aufgrund der hohen Qualität bei der Verarbeitung konnten die Henkys ihrer Kundschaft eine lange Garantiezeit von 10 Jahren gewähren.
Robinie hat auch die großartige Eigenschaft, dem Holzwurm so gar nicht zu schmecken, was für die lange Lagerungszeit vor der Verarbeitung des Holzes sehr günstig ist.
Außerdem ist Robinie sehr witterungsbeständig und sieht immer schön aus.
Opublikowa³: Fam .Henkys Doch die DDR ging zu Ende und so auch die gesicherte Nachfrage nach Spinnrädern.
Wie vielen anderen Handwerkern und Künstlern der DDR gleich, hatten die Henkys mit der Unsicherheit und dem Umbruch in allen Lebensbereichen zu kämpfen.
Zwei, drei Jahre verkauften sie gar kein Spinnrad mehr.
Sie wollten schon den Bau von Spinnrädern aufgeben und andere Dinge herstellen, da kamen nach und nach wieder Anfragen. Die Leute erinnerten sich wieder an die soliden Spinnräder aus der Uckermark.
Die neue Zeit brachte eine fortschrittlichere Arbeitsweise mit sich. Herr und Frau Henkys konnten ein Spinnrad jetzt in kürzerer Zeit herstellen.
Der Umsatz verdreifachte sich.
Aber auch die Konkurrenz war plötzlich größer geworden.
Die Menschen im Osten des neuen Deutschland konnten jetzt Spinnräder aus Neuseeland als Bausatz kaufen. Oder die industriell, zum Teil mit Plastikteilen gefertigten aus Holland. In Amerika wusste man jeher, sich gut zu vermarkten und Ideen zu entwickeln, um ein Spinnrad besser zu machen. Aus Amerika kamen schnelle Spinnräder.
Opublikowa³: Fam .Henkys Die Spinner können ihre Schnelligkeit beim Spinnen bei Wettkämpfen unter Beweis stellen. Herr und Frau Henkys nahmen an solchen Wettkämpfen ebenfalls teil. Sie wollten natürlich gewinnen. Sie hatten den entscheidenden Vorteil, ihr Sportgerät selbst herzustellen. Deshalb entwickelten sie das Schnellspinnrad. So gewannen sie zahlreiche Wettkämpfe, obwohl sie selbst nicht so viel Routine und Übung hatten wie andere, ständig spinnende Spinner. Schließlich waren sie Drechsler, keine Spinner.
Opublikowa³: Fam .Henkys Frau Henkys ist aber nicht nur Drechslerin, sie ist auch eine kluge Frau. Sie suchte ständig nach Möglichkeiten, ihrer beider Lebensunterhalt zu sichern.
Es brach das 21. Jahrhundert an. Und mit ihm verstärkte sich immer mehr die Nutzung und Verbreitung des Internet. Die technischen Voraussetzungen verbesserten sich auch im kleinen Wallmow und damit die Möglichkeit, ihr gutes Spinnrad preiswert in ganz Deutschland bekanntzumachen.
Herr Henkys war skeptisch, ob das Internet ihnen als Handwerkern nützen könnte.
Opublikowa³: Fam .Henkys Seine Frau ließ sich aber nicht beirren und gestaltete eine Internetseite, die ihr Spinnrad in Wort und Bild beschreibt.
Sie machte es so gut, dass diese Seite bei der Einwortsuche Spinnrad bei der meistgenutzen Suchmaschine Google ganz weit vorn landete und somit viele Besucher und Käufer anzog. Sie lernte viel mit dem und über das Internet und es wäre heute kein Geschäft ohne das Internet zu machen.
Auch Herr Henkys hat jetzt den Nutzen des Internet erkannt. Heute verkaufen sie Spinnräder auch in die Schweiz und nach Norwegen. Und wenn sie so eine große Menge Spinnräder produzieren könnten, würden sie noch Seiten auf Englisch und Schwedisch ins Internet stellen, um diese Märkte mit ihren schnellen, haltbaren Spinnrädern zu erobern.
So leben Herr und Frau Henkys glücklich im schönen Wallmow in der Uckermark und wenn sie nicht drechseln, dann surfen sie im Internet.
Opublikowa³: Fam .Henkys
Copyright city-map Uckermark 2005
Die Bilder stammen mit Herrn und Frau Henkys' freundlicher Genehmigung von ihrer Homepage, wo sie viele Informationen über ihre
Spinnräder zur Verfügung stellen.
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Zamieœci³:
F.Preuß UM
